Zwei-Finger-Welt
Der Sieg der kapitalistischen Warenwelt über das Individuum, das sich als Teil eines größeren Ganzen begreift, drückt sich nirgendwo sinnlich fassbarer aus als in der Figur des Elektronik-Fans, dessen virtual isolation eben nicht splendid isolation bedeutet, wie Werbung und Zeitgeist ihm weismachen wollen, sondern geistig-seelische Verkrüppelung mit bösen Folgen für ihn selbst und das, was man einmal Gemeinwesen nannte.
Politisch gesehen sind die Digitalzombies und strömungsbewussten Leichtgleiter ohnehin tot, sie begreifen den Staat als eine Art Pension, in der sie als ruhige Dauergäste ihr Frührentnerdasein absolvieren, so sehr auch ein paar von ihnen den gestressten Handy-Hektiker und Mausklicker mimen. Doch irgendwann sind auch die Synapsen verlötet und Programme gelöscht, die einigen noch den Anschein von Bewegung ermöglichen.
Das Kindischste, was die digitalen Schrumpfhirne sich leisten, sind wohl die modischen Versuche, mittels eines Computers Lyrik zu erzeugen, denn auch hier ist der output wie der input; die Software von Breihirnen produziert nur Brei, wie auch immer arrangiert, montiert, kombiniert, kollagiert.